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HISTORY |
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Allgemeine Landesausstellung - Aushängeschild
des wiederauferstandenen Vaterlandes
Das
Jahr 1929 war für die Hauptstadt Großpolens beson- ders, außerordentlich,
und der Name Posen bezeichnete die populärste Stadt in Polen. Einige Monate
lang kamen aus dem ganzen Lande Besuchergruppen und einzelne Touristen
nach Posen, um sich die Allgemeine Landesausstellung (unbedingt!) anzuschauen.
Ein Besuch der "Pewuka" (von Powszechna Wystawa Krajowa - Allgemeine
Landesausstellung) war damals eine moralische und patriotische Pflicht.
Was war das Hauptanliegen, welcher Stellenwert kam der Veranstaltung 10
Jahre nach dem Wiedererlangen der Unabhängigkeit zu?
Großpolen
spielte im wiederauferstandenen Polen eine besondere Rolle: Es war die
wirtschaftlich stärkste Region mit tief verankerten Selbstverwaltungstraditionen.
Es war aber auch eine Region, die seitens der Zentralverwaltung stiefmütterlich
behandelt und manchmal auch ausgenutzt wurde. An der Spitze der Stadtverwaltung
stand damals der legendäre Präsident Cyryl Ratajski: ein hervorragender
Jurist, vorzüglicher Stadtvater und Patriot, dank dessen die Stadt aufblühte
und sich rasch zu entwickeln begann. Er war auch der Autor der Idee der
Allgemeinen Landesausstellung, auf der die Errungenschaften des ganzen
Landes präsentiert werden sollten, nachdem Polen 10 Jahre zuvor auf die
Landkarte Europas zurückgekehrt war.
Nach drei Jahren anstrengender Vorbereitungen ging die Idee in Erfüllung.
Die Innenstadt wurde umgebaut, der Verkehr umgeplant, es entstanden neue
Gebäude, die nach der Ausstellung für die Stadt, u.a. für die unlängst
gegründete Universität, genutzt werden sollten. An den Vorbereitungen
waren die besten Architekten und Künstler (u.a. Roger S³awiñski) beteiligt,
der engste Mitarbeiter von Cyryl Ratajski und der Generaldirektor der
"Pewuka" war ein bewunderungswürdiger Organisator Stanislaw
Wachowiak. Die Ausstellung fand an dem Ort statt, wo die Ostdeutsche Ausstellung
1911 Platz gehabt hatte. Bis heute befinden sich dort die Hauptausstellungshallen
der MTP (Miêdzynarodowe Targi Poznañskie - Internationale Messe Posen).
Die
Allgemeine Landesausstellung wurde von Prof. Ignacy Mo¶cicki am 16.05.1929
eröffnet. Seitdem kamen im Zeitraum von einigen Monaten aus dem ganzen
Land Besucher nach Poznañ, um sich mit dem politischen, kulturellen, und
vor allen Dingen mit dem wirtschaftlichen Angesicht des neuen Polen bekannt
zu machen, das in fünf Abteilungen, 111 Gebäuden auf 30.000 m2 präsentiert
wurde. Im Zusammenhang mit der Ausstellung fanden zahlreiche Begleitveranstaltungen
statt (manchmal auch denkmalartige wie das große Gedenkbuch der Stadt
Posen), es wurden Sonderpostkarten und -stempel herausgegeben. Die Hauptstadt
Großpolens wurde vorübergehend zu dem Mekka der Touristen. In der Zeit
gelangte auch Cyryl Ratajski auf den Gipfel seines Ruhmes.
Nach der Schließung der Ausstellung am 30.09.1929 tauchten jedoch Schwierigkeiten
auf, weil die erwirtschafteten Einkünfte die ursprünglichen Ausgaben nicht
zu decken vermochten und die Kredite nur schwierig zurückgezahlt werden
konnten. Aktiv wurden politische Gegner Ratajskis, die seine Wiederwahl
zum Stadtpräsidenten unmöglich machten. Bis heute haben wir in Posen zahlreiche
Objekte, die im Zusammenhang mit der Allgemeinen Landesausstellung entstanden,
u.a. der charakteristische Eingangspavillon an der Ecke der G³ogowska-
und Grunwaldzka- Straße, Collegium Chemicum der Universität, Collegium
Anatomicum der Medizinischen Hochschule oder das Militärkrankenhaus (damals
Hotel "Polonia"). Es war eine schöne Periode der Stadt und des
Landes, kostspielig aber notwendig.
Marek Rezler
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