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Großpolnisches Business in Berlin

Interview mit Wojciech Kruk, Senator der Republik Polen, Vorsitzender der Großpolnischen Industrie- und Handelskammer.

Wojciech Kruk (53) ist Inhaber der ältesten Juwelierfirma in Polen, die 1840 gegründet wurde. Seit 1997 ist er Vorsitzender der Großpolnischen Industrie- und Handelskammer.


Warum sind die Industrie- und Handelskammern in Polen immer noch so wenig einflussreich?


Die Unternehmer halten wenig zusammen. In dem letzten Jahrzehnt sind in Polen ein paar hundert verschiedene Kammern, Verbände, Vereine und Wirtschaftsklubs entstanden. Allein in Großpolen gibt es über 60 derartige Organisationen. Das sind prinzipiell kleine Organisationen, die des öfteren untereinander konkurrieren, wenig Durchsetzungsvermögen und geringfügige Haushalte haben. Viele Unternehmer gehören keiner Organisation an. Ähnliche Einrichtungen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien können es sich leisten, Vollzeitarbeitskräfte einzustellen und gute Experten zu Rate zu ziehen. Dank dessen können diese Orgnisationen für die Gesellschaft Leistungen erbringen, in mancherlei Hinsicht den Staat ersetzen und über die gesunde Wirtschaft wachen.

Westeuropäische Wirtschaftsorganisationen sind deswegen so stark, weil sie weit verbreitet sind.

Selbstverständlich. In Deutschland ist jedes Unternehmen per Gesetz dazu verpflichtet, einer Wirtschaftskammer anzugehören. Das streben wir auch an. In Großpolen arbeiten fast alle Wirtschaftsorganisationen im Rahmen eines gemeinsamen Forums - des Wirtschaftstages zusammen. Den nächsten Schritt werden wir tun, wenn das Parlament das Gesetz über die wirtschaftliche Selbstverwaltung verabschiedet hat.

Eine der letzten Initiativen der großpolnischen Wirtschaftskreise ist eine Riesenreise nach Berlin, deren Aufgabe ist es, unsere Wirtschaft zu präsentieren.

Der "starke Sonderzug nach Berlin" macht sich am 18. Mai auf den Weg. Zu den "Fahrgästen" werden gehören: Vertreter der Region, der Stadt Poznañ, der Gemeinden und etwa 200 Unternehmer. Zwei Tage lang werden wir Poznañ und Großpolen sowie unser Angebot der wirtschaftlichen Zusammenarbeit präsentieren. Parallel werden in Berlin großpolnische Kulturtage stattfinden. Das Ziel unseres "Sturmes" auf Berlin ist es, Berliner Geschäftsleute für unser Wirtschaftspotential zu interessieren. Den Berlinern Bürgern dagegen wollen wir Poznañ und Großpolen näher bringen, sie zu einer Reise ins Nachbarland anzuregen.

Interview: Leszek £uczak