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Die
Sonnenseite der Arkady-Fiedler-Straße
Wenn man vor dem Museum "Zum
Totem" ankommt, spürt man immer, dass es SEIN Haus ist. Der Geist
des Reisenden und Schriftstellers lebt hier dank des Inhalts der Truhen
und Reisekoffer weiter. Und auch dank der Familie, die das Andenken an
den Menschen pflegt, den es in die ferne Welt zog.
Nachdem
Arkady Fiedler 1947 ein Haus in Puszczykowo gekauft hatte, ließ er sich
wieder an der geliebten Warthe nieder. Diesmal mit seiner Frau Maria,
einer Italienerin, die er während des Krieges in London kennen gelernt
hatte. Vor Jahren hatte hier, unter den Eichen zu Rogalin, seine Faszination
für Schmettrelinge angefangen. Der Schmetterling aus dem Hort der Kindheit
und der Schmetterling - Symbol des Exotischen, des Außergewöhnlichen am
Regenwaldes inspirierte dazu, den Preis des "Bernsteinschmetterlinges"
zu verleihen.
Immer
wenn Arkady Fiedler von seinen Reisen zurückkehrte, setzten sich seine
Söhne Marek und Rados³aw Arkady zu ihrem Vater. Sie lernten neue Düfte
kennen. Sie schauten sich Schätze an. Türkisglitzernde Schmetterlinge,
Kolibris, geflügelte Schätze des südamerikanischen Regenwaldes, auch Spinnen,
Schneckenhäuser, Masken, Leder, vergiftete Pfeile...
Über jedes Exponat wusste der Vater eine Geschichte zu erzählen, mit jedem
Exponat verband sich ein exotisches Abenteuer - erinnert sich Marek Fiedler,
der jetzt mit seiner Frau Krystyna das Museum führt. Seine Ankünfte waren
für uns immer ein Fest. Ich kann mich noch daran erinnern, als er einmal
in den 50er Jahren eine riesige Bananentraube mitbrachte. Für damalige
Zeiten war das eine Seltenheit, an der wir einen Monat lang aßen.
Kann
es denn wundernehmen, dass die in solch einer Atmosphäre erzogenen Söhne
in die Fußstapfen des Vaters getreten sind und sich auf den Weg gemacht
haben, um große Abenteuer zu erleben? Wie der Vater lassen sie ihre Gäste
im Haus-Museum herzlich willkommen und ergänzen seine Sammlungen mit neuen
Exponaten. Die Museumsbesucher können die Exponate berühren, Tamtam spielen,
die Maske der erfüllten Wünsche streicheln (eine bei den Guros in einem
Holzstück geschnitzte Figur, an der eine Kette hängt), vor einem lachenden
Dämon Angst bekommen. In einem Aquarium schwimmende Piranhas können aus
direkter Nähe betrachtet werden. Am Schaukasten, der mit Büchern von Arkady
Fiedler erfüllt ist, kann der Museumsbesucher in Gedanken versinken und
an Lektüren seiner Kindheit und Jugend zurückdenken: "Robinsons Insel",
"Division 303", "Orinoko", "Kleiner Bison".
Sowie seine späteren Werke: "Mein Vater und Eichen", "Das
männliche, siegreiche Alter".
Die
Zeit ist hier wirklich zum Stehen gekommen. Lediglich der Garten verändert
sich. Es gibt hier suggestive Gegenstände: ein riesengroßer Kopf der Olmeken,
die eine außergewöhnliche Kultur im alten Mexiko geschaffen haben, eine
6,5 m große Statue von der Osterinsel, (die eher mittelgroß ist, denn
es gibt welche, die 22 m groß sind), ein Fragment eines aztekischen Kalenders,
oder das Sonnentor von Tiahuanaco, von der Nähe des Titicaca-Sees in Bolivien.
Durch das Tor muss hier in Puszczykowo jeder Besucher durchgehen.
Der Vater ging immer auf die Sonne, auf die Sonnenseite der Welt, zu -
erzählt Marek Fiedler. In dem Garten haben auch Gestalten von seinen Büchern
Platz gefunden: das Wahnsinnige Pferd und der Sitzende Stier. Arkady Fiedler
schrieb auch mit seinem Vater zusammen. Ihre gemeinsamen Bücher sind:
"Die Indianersippe der Algonkine" und "Der Indianische
Napoleon des Felsengebirges".
Bruder Arkady macht Geschäfte und die ganze Familie pflegt das Andenken
an den Schriftsteller, den es in die ferne Welt zog, das Andenken an den
Bewohner von Puszczykowo, in dem eine Straße seinen Namen trägt. Die Arkady-Fiedler-Straße,
die vor das Haus "Zum Totem" führt.
Beata Machowska-Kaczmarek
Fot. Stanis³aw Wojcieszak
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